Eberhard Arnold feiert seinen 75.

Wenn die Leichtathletik in Radebeul einen Namen hat, dann seinen. Wenn Eberhard Arnold am 13.12. seinen 75. Geburtstag feiert, dann kann er auf mehr als 47 Jahre Radebeuler Leichtathletik zurückblicken, die er mit riesigem Engagement entscheidend und sehr erfolgreich mitgeprägt hat.

Dabei begann die sportliche Laufbahn des 1932 in Stolpen geborenen und aufgewachsenen nach den Wirren des Krieges 1949 in Dresden nicht als Leichtathlet, sondern als Handballer bei Motor Niedersedlitz, ehe er 1951 sein Talent zur Leichtathletik entdeckte. Da er mit der Spezialisierung auf die 400m(BL 51,5s)- und 800m(BL 1:51 min)-Strecken sehr erfolgreich war, kam er über mehrere Stationen zum Sportclub Einheit Dresden(1955-1960). Besonders beim Hürdenlauf über 110m und 400m(BL 56,0s) erzielte er hervorragende Leistungen und konnte vier Bezirksmeistertitel erringen, weitere zwei über 4x400m und 3x1000m.

Die sportliche Entwicklung ist aber nur ein Teil seines erfolgreichen Werdeganges. Als junger Ingenieur landete er - inzwischen auch Vater von vier Kindern – beim „Energiebau“ in Radebeul (nach 1990 ABB), dem er bis zur Rente die Treue hielt.

Trotz dieser enormen Belastungen wurde er 1960 Gründungsmitglied der Abteilung Leichtathletik von Planeta Radebeul (bis 1973 noch unter dem Namen Einheit Radebeul), die sich seitdem über die Grenzen Sachsens hinaus einen Namen gemacht hat. Der Start erfolgte in Radebeul unter recht bescheidenen äußeren Bedingungen. Aber mit großem Engagement leisteten die Radebeuler Leichtathleten unter seiner Leitung über viele Jahre hinweg tausende ehrenamtliche Aufbaustunden, durch die die Wettkampfstätten auf ein beachtliches Niveau gebracht wurden.

Als Athlet, Übungsleiter und oft auch noch als Abteilungsleiter gab es in den 60er Jahren unter seiner Regie die ersten DDR-Meister im Jugendbereich. Fast 750 Medaillen bei Bezirksmeisterschaften, 26 DDR-Meister sowie 48 weitere Medaillen bei DDR-Meisterschaften und Kleinen Meisterschaften, in den 80er Jahren insbesondere im Seniorenbereich, zeigen die sehr erfolgreiche Arbeit des Teams, das er um sich scharte und für die Leichtathletik begeisterte. Dies ist für mehrere Generationen von Leichtathleten eine dankbare Erfahrung, die weit über den Sportplatz hinaus wirkt und die sich auch im enormen Zuspruch bei den Jubiläumstreffen und in vielen Freundschaften widerspiegelt.

Das DDR-offene Sportfest (jetzt Lößnitzsportfest), der Silvesterlauf sowie der Wintercross sind seit Jahrzehnten feste Größen in vielen Terminkalendern. Bis zu zwölf Wettkämpfe pro Jahr, jetzt noch etwa fünf, haben Eberhard Arnold als Meldeadresse.

Eine weitere wichtige Säule ist seine Tätigkeit in vielen regionalen Funktionen. Hier ein grober - sicher nicht vollständiger – Abriss seiner ehrenamtlichen Tätigkeit über einen Zeitraum von weit mehr als 45 Jahren: KFA Dresden-Land (1960-1970, 1990-1996), ab 1972 in der Kommission Wettkampfwesen und ab 1974 in der Kommission Seniorensport des BFA, von 1977 bis 1990 Kommission Seniorensport des DVfL der DDR. Seit 1990 ist er als Mitglied in den Kommissionen Seniorensport und Wettkampfwesen im LV Sachsen tätig.

Dem Seniorensport brachte die Wende neue, nicht geahnte Möglichkeiten, global an Wettkämpfen teilnehmen zu können. Beinahe 40 Sachsenmeistertitel erkämpfte sich Eberhard Arnold bis heute, die gesamte Sektion fast 600. Wobei er, gäbe es eine Familienwertung, nur den vierten Platz hinter der Frau an seiner Seite – Edith - sowie den Kindern Wolfram Arnold und Jutta Neumann einnehmen würde. Dies ist vermutlich der einzige vierte Platz, den er gern belegt. Bei Welt- und Europameisterschaften stand er bis jetzt dreimal ganz oben auf dem Treppchen (14 Titel für die Abteilung). Jetzt - in der AK75 - steht er wieder in den Startlöchern, bereit zu neuen Taten.

Seit dem Erreichen des Rentenalters 1996 ist er maßgeblich am Aufschwung insbesondere des Kinder- und Jugendbereiches von Planeta, welcher gegenwärtig etwa 70 Schülerinnen und Schüler umfasst, beteiligt. Zusammen mit fünf Übungsleitern, die nach seinen Plänen agieren, stellten sich auch da schnell Erfolge ein. Etwa 130 Kreismeister, 35 Bezirksmeister und 11 Medaillen bei den Landesmeisterschaften stellen der Arbeit ein beeindruckendes Zeugnis aus.

Es vergeht wohl kaum eine Woche, in der er nicht mindestens an vier Tagen auf dem Platz anzutreffen ist. Zusätzlich brauchen Leitungsfunktion sowie Trainings- und Wettkampfvorbereitung gleichfalls ihre Zeit. Das geht nur, weil seine (ebenfalls leichtathletikbegeisterte) Frau Edith all die Jahre verständnisvoll an seiner Seite gestanden hat und in einem Atemzug mit seinen Leistungen mit genannt werden muss. Nur so ist die Fülle seiner herausragenden Leistungen und Aktivitäten zu verstehen.

Nach der Beschreibung seines anhaltenden (Un)Ruhestandes kann man Eberhard Arnold nur weiterhin alles erdenklich Gute und viele Erfolge bei bester Gesundheit in Familie und mit der zahlreichen Leichtathletikgemeinde wünschen.

Behalte dein großes Herz für die Leichtathletik!




Veröffentlicht am:
17:23:23 13.12.2007 

 Letzte Aktualisierung
13:17:17 07.04.2009  von Alexander Straub
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